Nach Palma ist wie vor Palma: Orangenplantagen. Die Bäume befinden sich in verschiedenen Stadien: der Großteil ist abgeerntet, in manchen Plantagen sind die Bäume aber noch üppig mit Früchten behangen und wir sehen auch Bäume in voller Blüte. Die Erntezeit erstreckt sich, haben wir erfahren, je nach Sorte von Oktober bis in den Mai hinein.

Bald werden die Orangen aber weniger, Getreide und Oliven dominieren nun. Wir sind viel auf geschotterten Feldwegen unterwegs, die aber gut befahrbar sind. Die Landschaft ist durch weite, sanfte Hügel geprägt.

In der Mittagspause in Marchena ist Alois mutig und bestellt die regionale Spezialität, die die freundliche Kellnerin empfiehlt, irgendetwas mit Hühnerblut. Als er sie fragt, ob das denn gut sei, meint sie: „Ja, wenn man es mag, ist es schon gut.”

Irgendwann fällt mir auf, dass die Erde nicht mehr rot wie in Kastilien-La Mancha und auch noch zu Beginn in Andalusien ist, sondern braun bis grau-beige. Dem Wind, der die letzten ca. 50 km meist von vorne kommt, ist das egal.

Das Hotel „San Fernando” hat einen schönen, gedeckten Patio, in dem wir auch unsere Räder parken dürfen, die Zimmer sind stylisch.

Die Semana Santa ist natürlich auch in Utrera, wie in ganz Andalusien, präsent. Im Hotelzimmer findet sich sogar eine kleine Papiertragtasche mit dem Programmheft der Umzüge in Utrera (Beschreibung der einzelnen Bruderschaften und der Figuren/Figurengruppen, die sie bei der Prozession mittragen, sowie ein genauer Zeitplan, an welchem Tag welche Bruderschaft wo zu welcher Zeit vorbeikommt) – 40 Seiten A5 in Farbe. Dazu ein eigenes Beiblatt mit der Information, wer wann wo eine „Saeta” anstimmt. Und das Hotel legte noch ein Blatt dazu, in dem Ausdrücke wie „Saeta” (ein kurzer Flamencogesang, mit dem die vorbeigetragene Figur gehuldigt wird) oder „Nazareno” (die mit den langen Kutten, den Gesichtsmasken und spitzen Hüten) im Unterschied zu den „Penitentes” (Büßer, auch mit Kutte und Maske, aber ohne spitze Hüte, dafür oft barfuß und mit einem Holzkreuz) erklärt werden. Und ein paar Zuckerlutscher in Form von Nazarenos sind auch dabei.

Für das Abendessen folgen wir einer Empfehlung der Rezeptionistin: „Besana Tapas”, wo die traditionellen Tapas neu interpretiert und etwas raffinierter zubereitet werden – zu recht normalen Preisen. Zu finden ist das Lokal im ehemaligen Judenviertel im „Callejón del Niño Perdído” (Gasse des verlorenen Kindes). Wir haben die Tapas zwar mit ein paar „Cervecitas” begleitet, sind aber am Heimweg nicht verloren gegangen.