Von Ciudad Real geht es zuerst auf einem Radweg mit schlechtem Asphalt weiter, der dann in eine gut fahrbare Schotterstraße übergeht. Längere Zeit fahren wir entlang einer Bahnlinie, später zwischen Feldern. Bei einem Bauernhof, vor dem einige mächtige Stiere zusammen mit Eseln auf der Weide sind, ist Schluss. Das, was auf unserer Karte als Weg eingezeichnet ist, ist für uns nicht fahrbar: Wiese, tiefe Traktorspuren und die Hufspuren von Rindern im weichen Erdreich.

Nach einem kleinen Umweg landen wir wieder auf einer befestigten Straße. Nach einigen Kilometern stoßen wir plötzlich auf ein mit Straßenlaternen flankiertes Asphaltband, das mit einer Umkehre im Niemandsland endet, dazu gemauerte Sockel, die wohl als Fundamente für was auch immer dienen sollten. Wir tippen auf ein gescheitertes Wohnbauprojekt. Schließlich sehen wir hinunter auf große Gebäude, menschenleere Straßen und weitere große asphaltierte Flächen, auf denen vier Flugzeuge stehen: ein Flughafen – aber offenbar nicht in Betrieb. Wie man auf Wikipedia nachlesen kann, wohl von Beginn an ein geplanter Rohrkrepierer. Bei dem seltsamen runden Gebäude auf dem Hügel gegenüber handelt es sich um die ehemalige Besucher-Aussichtsplattform.

Nach einer kurzen Trinkpause in Corral de Calatrava, einem verschlafenen Nest, haben wir noch einen Anstieg und eine schöne Fahrt bis Almodóvar. Die letzten zehn Kilometer sind praktisch eben, mit viel Wasser, Störchen und Flamingos.

Quartier beziehen wir in der Pension „Casa Inés”, die in einem alten, schön renovierten Haus im Zentrum situiert ist. Unsere Zimmer sind im EG, die Fenster gehen auf den Patio, wo auch unsere Räder parken. Wir finden, trotz Suchen und Fragen, nur ein einziges offenes Restaurant, ein einfaches Mesón, wo wir sowohl zu Mittag (es war eine kurze Etappe) als auch zu Abend essen.

Das „Museo Palmero”, im Geburtshaus des Malers untergebracht, ist leider geschlossen, ebenso die imposante Kirche. Das Geburtshaus von San Juan de Ávila haben wir nicht gesucht. Almodóvar ist jedenfalls stolz darauf, in Cervantes’ „Don Quijote” vier Mal vorzukommen und auch in seinen „Novelas Ejemplares” erwähnt worden zu sein.

Wir haben herausgefunden, dass es im Ort eine Fahrradwerkstatt geben soll. Wir finden „Bicicleta Ruta” nach einigem Suchen auch tatsächlich. Die Schaltung von Alois funktioniert schlecht, auch bei meiner macht der Kettenwerfer nicht immer das, was ich ihm befehle. Wir unterbrechen den Inhaber beim Rasenmähen, er ist trotzdem sehr hilfsbereit und er bemüht sich uns zu helfen, allerdings mit überschaubarem Erfolg. Er ist auch recht gesprächig, erzählt von seinen Radtouren, zeigt uns sein ultraleichtes Gravelbike mit elektronischer Schaltung und versorgt uns noch mit guten Tipps für die nächste Etappe.