An diesem Tag haben wir nur Asphalt unter den Rädern, aber es herrscht wenig Verkehr, abgesehen von den letzten acht Kilometern vor Córdoba.

Wir durchqueren, Kilometer um Kilometer, ausgedehnte „Dehesas”. Dann und wann sehen wir weidende Rinder oder Schafe unter den Eichenbäumen – es sind hier übrigens immer Steineichen, nie Korkeichen. Einmal hören wir in der Ferne eine größere Menge Schweine quieken; vermutlich werden sie im Herbst, wenn die Eicheln reif sind, auf der Weide sein.

Es gibt einige Anstiege, die zwar jeweils nur wenig über 100 Hm betragen, aber mit Steigungen von bis zu 11 Prozent. Vor allem der letzte, am Nachmittag, als es schon recht warm ist, zieht sich. Oben angekommen, machen wir eine Pause und genießen die Aussicht übers Land.

Nach den Eichenhainen kommen wir in tiefere Lagen. Dort gibt es Pinien und auch wieder Oliven. Nach etwa 40 km, kurz bevor wir nach Adamuz, dem ersten Ort auf dieser Etappe, kommen, passieren wir einige große Palmen. In Adamuz, wo wir gleich am Ortsbeginn in einer kleinen Grünanlage unsere Mittagsjause verzehren, steigt uns erstmals der Duft von „Azahares”, Orangenblüten, in die Nase. Dieser unverwechselbare Duft ist im nächsten Ort, Villafranca, wo wir für ein kühles Getränk stoppen, noch stärker präsent.

Die letzten gut 20 km bis Córdoba fühlen sich länger an. Für die Einfahrt in die Stadt erwischen wir eine große, sehr stark befahrene Straße, wo wir mangels Radweg meist am schmalen Pannenstreifen unterwegs sind.

Die Zimmer in unserem Hotel „Marisa” sind klein und dunkel, aber dafür liegt es so zentral wie es nur geht – direkt gegenüber dem Eingang zur Mezquita. Es verfügt über einen netten Patio fürs Frühstück und eine Dachterrasse. Dafür ist aber nicht gleich Zeit, da wir zuerst eine Automatenwäscherei suchen müssen, für die wir relativ weit gehen müssen.

Zu Abend essen wir im arabischen Restaurant „Pasillo Oriental”. Nach so viel Fleisch tut es gut, einmal vegetarisch zu essen – Okraschoten, Melanzanicreme, Tabouleh –, und es schmeckt uns vorzüglich.