Perugia ist ein wunderschöner Haufen Steine und erinnert mich ein wenig an ein Freilichtmuseum. Immer wieder eröffnen sich schöne Blicke, auch ins umgebende Land. Dabei ist das Urteil „Freilichtmuseum“ wahrscheinlich unberechtigt, denn es gibt nicht nur zahlreiche Touristen, es ist, auf Grund der Universität und der Uni für Ausländer auch sehr viel Jugend unterwegs und die Stadt durchaus lebhaft.

Zum Abendessen verlassen wir das unmittelbare Zentrum und gehen in das Restaurant „Garibaldino“ in der Via Garibaldi: Terrasse auf nettem Platz vor einer Kirche, freundliches Personal, italienische Gäste aus der Nachbarschaft, die sich kennen, große Portionen an Fleisch vom Holzkohlengrill.

Am nächsten Tag durchstreifen wir die Stadt, die viel Sehenswertes zu bieten hat. Auch eine Fahrt mit der Minimetro lassen wir uns nicht entgehen. Besonders beeindruckend ist die „Rocca Paolina“, ein mittelalterlicher unterirdischer Stadtteil, der für den Bau einer Festungsanlage als Fundament verwendet worden ist.

Wir essen in einem sympathischen kleinen Restaurant in der Via del Sole nahe der Kathedrale zu Mittag. Der Inhaber ist zugleich Koch und Kellner. Zwar hängt die Speisekarte auf einer Tafel an der Wand, doch er erklärt uns am Tisch, welche Gerichte angeboten werden und was er empfiehlt. Da wir die einzigen Gäste sind, funktioniert dieses System hervorragend. Am Ende der Straße befindet sich übrigens ein wunderbarer Aussichtspunkt.

Für den Aperitiv bleiben wir an einer gut besuchten Bar stehen, wo ich am Morgen schon einen 1-Euro Café getrunken habe. Wir nehmen ein kleines Bier und der Mann hinter dem Tresen drängt mir die dazugehörigen „Knabbereien“ richtiggehend auf: einen Teller mit Brot, Mortadella und Salami….

Zum Abendessen gehen wir in das „La Fame – vineria e cucina“ in der Via della Viola, in einem Viertel, in das wir tagsüber noch nicht hingekommen sind: mit vielen Graffitis und vielen Lokalen mit eher jungem Publikum. Das Restaurant unserer Wahl zeichnet sich durch eine etwas ausgefallene Küche mit sizilianischem Touch aus. Die Speisekarte ist eine Basis, manches gibt es nicht, anderes in einer Variation und etliches zusätzlich. Die Einrichtung ist vintage, die Kellnerin jung und sehr freundlich und es ist kein Problem, Gerichte zu teilen. Wir teilen uns angebratenes Auberginenpürree in Tomatensauce und ich esse danach Spaghettoni mit Sardinen, Oliven, Kapern und Rosinen. Ein Hauptgericht teilen wir uns wieder: Torcinello – Lamminnereien im Lammdarm gebraten. Deftig, aber durchaus schmackhaft. Als Weißwein gibt es nur Orange Wine, beim Bier setzen sie auf eine kleine lokale Brauerei.