Prolog und Anreise (Donnerstag, 10.9.)

Eigentlich sollte die Reise von Mestre starten und die erste Etappe über den Lido, Pellestrina und Chioggia nach Porto Viro im Po Delta führen; Ferrara stand da nicht am Plan. Auch das Hotel in Mestre war schon gebucht. Dann zwang uns die Wetterprognose zur Planänderung, denn für den geplanten ersten Radtag wurden heftige Regenfälle in der Region von Venedig vorausgesagt. Wir verkürzten die Tour also um eine Etappe und starteten einen Tag später in Ferrara statt in Mestre. So konnten wir alle anderen Etappen wie geplant absolvieren und mussten bei den Unterkünften keine Änderungen vornehmen.

Und die Entscheidung erwies sich als goldrichtig, denn bei der Anreise nach Ferrara (am ursprünglichen ersten Reisetag) schüttete es um Venedig wie aus Kübeln, an Radfahren wäre nicht zu denken gewesen….

Abgesehen vom Regen verlief die Anreise von Graz nach Ferrara mit dem Elektroauto problemlos, die Ladepausen verwendeten auch wir zum Nachladen von Speis‘ und Trank. Den großen Stau gab es in die Gegenrichtung.

In Ferrara sieht es zwar nach Regen aus, aber es bleibt den ganzen Abend über trocken. Quartier haben wir im „Hotel Astra“ am Rand der Altstadt gebucht, Preis/Leistung sind OK. Nach dem Entladen und Einchecken bringen wir das Auto zu einem videoüberwachten Parkplatz beim Bahnhof.

Zum Abendessen begeben wir uns in die Altstadt. Da wir im empfohlenen „da Noemi“ keinen Platz bekommen, spazieren wir zum „Ca‘ d‘ Frara – Trattoria Moderna“ weiter, wo wir gut essen (Kalbsbäckchen!).

Ferrara – Ravenna (Freitag, 11.9.)

Der Morgen ist sonnig und nach dem Frühstück fahren wir zuerst zum Parkplatz, wo wir noch einige Dinge im Auto deponieren, z.B. die Regenhose, denn es ist durchgehend schönes Wetter angesagt!

Durch die Stadt und entlang der aus unzähligen gebrannten Ziegeln gebauten Stadtmauer kommen wir nach und nach aufs Land. Zuerst herrscht noch viel Verkehr, später geht es weiter auf kleinen, verkehrsarmen Straßen. Im Umkreis von Ferrara passieren wir viele Obstplantagen. Ca. ab Km 35 fahren wir vorwiegend auf Dämmen und auf Schotterwegen. Für die Mittagsrast in Argento müssen wir „abfahren“, danach geht es wieder weiter auf den Dämmen. Kurz bevor wir zum Fiume Reno kommen, machen wir noch einmal Pause an der Bar Punto Valle, die genau zwischen den Gewässern der Valli di Comacchio und dem Damm-Radweg liegt. Auf der Wiese vor dem Lokal sind Hängematten aufgespannt und es werden Tische und Bänke für ein Abendessen aufgestellt. Auffällig sind die großen Farbfotos, alle mit Bezug zum Wasser bzw. zur Fischerei, die hier zu sehen sind, denen wir aber auch noch unterwegs und in Sant‘ Alberto, das den Beinamen „paese dei Poeti“ trägt, begegnen werden.

Die Valli di Comacchio sind eine Lagunenlandschaft, Teil des Naturparks Delta del Po und ausgewiesenes Vogelschutzgebiet, wo man u.a. Flamingos und verschiedene Reiherarten sehen kann. Über den Fluss Reno, der die Südgrenze der Valli bildet, bringt uns eine kleine Fähre, die ständig zwischen den beiden Ufern pendelt, um einen wohlfeilen Euro pro Person und Rad. Die letzten etwa 15 Km geht es auf Asphalt bis Ravenna, wo wir auf der zentralen Piazza del Popolo unser Zielerreichungsbier genießen. Unser „Hotel Central Byron“ ist gleich ums Eck. Eigentlich ist es für das Gebotene zu teuer, aber Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Es scheint in Ravenna nicht allzu viel Mitbewerb zu geben und die Lage ist natürlich erstklassig.

Nach einem Spaziergang durch das Zentrum gehen wir zum Abendessen in die „Osteria Passatelli“, eine Empfehlung der Rezeptionistin. Diese liegt ebenfalls zentral, ist sehr groß und etwas hektisch, untergebracht in einem ehemaligen Kino. Als Reminiszenz gibt es an einer Wand noch eine Leinwand, auf der ein (tonloser) Film läuft.