Bald nach Ravenna kommen wir auf eine Schotterpiste, die entlang eines Kanals führt, offenbar eine beliebte Strecke bei Radfahrern und Läufern, heute ist außerdem Samstag. Einige Male durchqueren wir Mückenschwärme, wie ich sie vorher in dieser Dichte noch nie erlebt habe. Bald nach einem pink - vermutlich durch Algen - eingefärbten Teich führt der Weg in einen Wald mit großen Pinien, der ebenfalls von Kanälen durchzogen ist. An einer Aussichtsplattform zur Vogelbeobachtung halten wir und sehen Enten und in der Ferne einige Reiher.

Beim Überqueren des Fiume Savio erhaschen wir erstmals einen Blick aufs Meer. Bald darauf machen wir Pause in einem Strandcafé. Weiter geht es, zuerst strandnah, dann in der Pineta, dem Pinienstreifen, der sich zwischen dem Strand und den Hotels und Wohnhäusern erstreckt. Es ist ein holpriger Abschnitt über Sand und viele Wurzeln.

Wir passieren Cervia und beim Überqueren des Canale di Cervia bemerken wir Boote mit bunten, historisch aussehenden Segeln, wir nehmen uns aber nicht die Zeit, Näheres zu erfragen. Mittagsrast machen wir in Cesenatico in einer gut besuchten Piadineria direkt an einem Kreisverkehr. Die „gemischte Platte für zwei Personen“ schmeckt ausgezeichnet, ist aber für ein Mittagessen eigentlich zu reichlich. Zum Glück geht es über ebenes Gelände weiter, und wir kommen noch an einem sehr gut frequentierten Strandabschnitt vorbei, an dem laute Musik und Beachvolleyball gespielt wird.

Unser „Hotel Amicizia“ in Rimini liegt ein paar Kilometer südlich der Altstadt, aber in unmittelbarer Strandnähe, folglich ist es naheliegend, das gute Ankommen in einer Strandbar zu zelebrieren. Nach der Körperpflege gehe ich nochmals zum Strand und gönne meinen Füssen den Sand und das warme Wasser. Das Wetter ist perfekt und zahlreiche Menschen spazieren im Sand den Strand entlang, ins Wasser wagen sich nur einzelne.

In die Altstadt bzw. bis zum Bahnhof fahren wir mit dem „Metromare“, einem Oberleitungsbus, der auf einer eigenen Spur Rimini und Riccione verbindet. Nach einem Spaziergang überqueren wir die römische Brücke, die wir aber nicht sehen können, denn sie ist komplett eingerüstet. Zum Abendessen gehen wir ins „La Marianna“, ein auf Fisch und Meeresfrüchte spezialisiertes Restaurant (Empfehlung der Rezeption). Sehr groß, sehr gut besucht, auch von italienischen Familien, relativ günstig. Das Essen empfinden wir beide als mittelmäßig.

Auf der Piazza Cavour ist, als wir vom Abendessen wieder in diesen Teil der Altstadt zurückkommen, noch ein gut besuchtes Konzert mit italienischer Popmusik im Gange. Wir lassen uns auf dem kleinen Platz hinter der „Vecchia Pescheria“, dem alten Fischmarkt aus dem 18. Jhdt., noch auf ein ausgezeichnetes Bier einer lokalen Kleinbrauerei nieder, bevor wir uns wieder vom „Metromare“ heimbringen lassen.