Bei der Abfahrt bleiben wir noch für ein Foto stehen und eine Dame, die mit ihrem Hund unterwegs ist, spricht uns an. Sie sei hier geboren und dann nach Rom gegangen. Nun, in der Pension, sei sie in „den schönsten Ort Italiens“ zurückgekehrt.

Von Gubbio weg geht es zuerst ordentlich bergab und dann, größtenteils auf kleinen Straßen, angenehm dahin. Erst nach etwa 20 Km gibt es einen ersten Anstieg, dann ein ständiges Auf und Ab, z.T. auf recht verkehrsreicher Straße mit viel LKW-Verkehr.

Bald nach Umbertide biegen wir in das Valle di Niccone ein. Es nicht besonders breit, bietet aber trotzdem mehr Platz für Landwirtschaft als die Gegend davor, wo es hauptsächlich Wiesen, Wälder und Gebüsch gab. Hier wächst nicht nur etwas Wein, sondern vor allem viel Tabak. In diesem Abschnitt verlassen wir zwischendurch Umbrien und radeln ein Stück in der Toskana. Mittagspause machen wir in Mercatale, wo wir in einer der beiden Bars ein Stück Pizza bekommen.

Unmittelbar danach, nach etwa 50 Km, beginnt der zweite Anstieg (310 Hm auf 6 Km). Zu Beginn passieren wir noch einige Olivenplantagen, später windet sich die Straße zwischen Eichen und Kastanien, die, obwohl oft mehr Gebüsch als Bäume, immer wieder willkommenen Schatten spenden. Oben, auf dem Passo Gosparini auf 612 m über dem Meer, haben wir einen ersten schönen Blick auf den Lago Trasimeno.

Die rasante Abfahrt nach Tuoro ist leider allzu schnell vorbei und die letzten 15 Km geht es auf dem Radweg um den See. Wir hatten auf schöne Ausblicke auf den See gehofft, aber der Weg, fast ausschließlich Schotter, führt zwischen Gestrüpp, Schilf und Wiesen den See entlang, ein einziges Mal erhaschen wir einen Blick auf das Wasser.

Unser B & B im alten Teil von Castiglione beschert uns wieder viele Stiegen, aber wir bekommen jeder ein vollständiges, liebevoll dekoriertes und teilweise mit alten Möbeln ausgestattetes Apartment. Auch das Frühstück lässt nichts zu wünschen übrig.

Zum Abendessen sind wir in einem großen, wegen der lokalen Küche empfohlenen und sehr gut besuchten, aber unpersönlichen Restaurant. Manche Gäste flüchten wegen der vielen gelblich-grünlichen Insekten, die von der Form her unseren Gelsen ein wenig ähnlich sind, von der Terrasse ins Innere des Lokals. Licht zieht sie an, auch beleuchtete Hauswände sind von diesen Tierchen richtiggehend tapeziert. Unsere Wirtin erklärt uns am nächsten Morgen, dass sie aufgrund des Wassermangels im See wegen fehlender Niederschläge heuer besonders zahlreich im Ort seien. Der Wasserspiegel des Trasimener Sees liege 1,9 Meter unter dem langjährigen Durchschnitt, dabei betrage die Maximaltiefe ohnehin nur etwa 6 Meter.