Samstag, 06.06. – Sightseeing

Das Hotel Bayard liegt zentral an der Place Bellecour (310×200 m), wo Ludwig XIV reitet. Es ist ein altes 3-Sterne-Haus im 1. Stock mit kleinem Zimmer, sehr kleinem Bad und noch kleinerer Dusche (etwa 60×65 cm). Die Räder werden über das Bett in eine Loggia gestellt, die auf einen Innenhof geht. Es ist das teuerste Quartier der Reise, aber das Frühstück ist gut.

Zum Abendessen folgen wir der Empfehlung des Hotelportiers zu einem Bouchon mit typischer Lyoner Küche. Die Nachbarn wechseln, aber alle versichern, dass dies das einzige gute Lokal in der Straße ist. Die Wirtin hat deftigen Bouchon-Humor. Wir gehen noch am nächsten Abend dorthin.

Wir probieren typische Gerichte wie Würste, Saladier lyonnais (mit Hering, Hühnerleber und Ei), Kalbskopf, Andouillette und Quenelles.

Ich mache früh morgens einen Fotospaziergang. Die Place Bellecour ist noch menschenleer. Ich spaziere zur Saône, wo gerade der Lebensmittelmarkt aufgebaut wird, und entdecke den mit Plastikrosen geschmückten Brunnen auf der Place des Jacobins.

Nach dem Frühstück erkunden wir zu Fuß die Stadt: die von Jean Nouvel restaurierte Opéra National mit schwarzer Haube, das Rathaus, den Innenhof des Musée des Beaux-Arts, La Fresque des Lyonnais. Wir gehen hinauf nach La Croix-Rousse über die Montée de la Grande-Côte – eine lange Treppe mit Geschäften, Galerien und Lokalen. Alois findet auf dem Flohmarkt gelbe Modellautos, darunter einen Citroën Wellblech-Kastenwagen mit Michelin-Männchen.

Wir passieren eine Traboule, einen typischen Lyoner Durchgang von Innenhof zu Innenhof, der Höhenunterschiede überwindet. Es gibt etwa 400 davon, die während des Zweiten Weltkriegs die Résistance nutzte, da sie nicht auf Karten verzeichnet sind.

Mit der Funiculaire fahren wir zur Basilique Notre-Dame de Fourvière hinauf. Von oben sehen wir einen wunderbaren Blick über die Stadt: Vieux Lyon direkt darunter, die Halbinsel zwischen Saône und Rhône, wo wir den Tag verbracht haben, und den neueren Teil mit Bahnhof und Hochhäusern.

Sonntag, 07.06. – Abreise

Am Abreisetag erkunden wir nach dem Frühstück den Teil südlich der Place Bellecour bis zur Place Carnot. An der Nordseite gibt es Lebensmittel; hier besorgen wir Würste und Käse für zuhause.

Lyon ist eine lebhafte Stadt mit vielen jungen Menschen und Touristen. Ein Tag war eindeutig zu wenig.

Nach dem Mittagessen holen wir unsere Räder und das Gepäck aus dem Hotel und fahren zum Bahnhof. Die Räder werden teilweise zerlegt und verpackt. Das erste Teilstück geht bis Mulhouse im Elsass. Im Gepäckabteil des TGV ist wenig Platz; die Räder lehnen halb im Durchgang. Reisen mit dem Rad in Fernzügen ist möglich, aber eine Schlepperei – da gibt es noch Potenzial für die Bahngesellschaften.