Der Wirt rät zur S25-Straße statt der geplanten Route über den Moncenisio, da diese weniger steil sei. Trotzdem entscheiden wir uns für die ursprüngliche Route auf der alten Straße.
Bis Novalesa geht es problemlos, dann beginnen steile Kehren. Ein junger Rennradfahrer warnt uns, dass die Strecke lang und steil wird. Die Landschaft beeindruckt: Gebüsch, Wald, Blumenwiesen, dazwischen nackter Fels. Wir müssen zeitweise absteigen und schieben.
In Moncenisio (1.450 m) machen wir Pause. Der Wirt berichtet, dass nur 14 Personen ganzjährig dort leben, der Rest sind Ferienhäuser. Er betrieb früher einen Motorradshop in Turin, lebt nun mit Frau und zweijähriger Tochter dort.
Weiter auf der S25 hinauf zur Passhöhe (2.083 m). Nach einer Rastpause beginnt die Abfahrt – aber die Lenkertasche mit Dokumenten, Geld und Kreditkarte wurde vergessen. Zum Glück helfen italienische Motorradfahrer aus: Einer kehrt zurück und bringt die Tasche. Er bittet um „Bier- und Benzingeld”, da die Gruppe 2.000 km in wenigen Tagen fährt.
An der Passhöhe steht ein Monument für berühmte Überquerer wie Hannibal, Karl der Große, Napoleon und Tour-de-France-Teilnehmer.
Nach Lanslebourg folgt die Fahrt ins Tal Richtung Saint-Jean-de-Maurienne (500 m). Der ständige Gegenwind macht auch Abfahrten anstrengend. Erst gegen 20 Uhr erreichen wir das Hotel. Zum Abendessen gibt es ausgezeichnete Schweinswürstchen mit Pasta und exzellenter Sauce.