Wir treffen uns am frühen Abend am Bahnhof von Graz, wo wir unsere Räder reisefertig machen, d.h. wir bauen das Vorderrad aus und schieben die Sattelstütze nach unten. In Bruck steigen wir in den Schlafwagen nach Mailand um, wo wir ein Zweierabteil reserviert haben. Das Abteil war unerwartet eng – das Gepäck auf einer Schulter, das Rad auf der anderen. Nachdem die Räder verstaut wurden, war kaum noch Platz. Der Schaffner half unkompliziert aus, sodass wir beide in separaten Abteilen übernachten konnten. Frühstück bekommen wir noch im Zug.

Alois hat perfekt geroutet, viel auf Radwegen, und der Montag war verkehrsarm. Nach 12 Kilometern erreichten wir den Stadtrand. Später immer mehr Reis, ab Kilometer 40 fast nur noch, teilweise geflutete, Reisfelder soweit das Auge reicht. Entlang des Weges sehen wir Fischreiher und vermutlich Ibisse.

Die durchfahrenen Orte wirkten verlassen mit vielen Leerständen. An der Azienda Agricola Castellana fahren wir direkt vorbei; sie hat eine Mauerfront aus Backsteinen zur vorbeiführenden Landstraße hin, die in etwa der Länge eines Fußballfeldes entspricht.

In Trino übernachten wir im Hotel Il Convento, einem ehemaligen Kloster. Wir essen im angeschlossenen Ristorante Massimo Risotto (natürlich!) und eine Tagliata. Gut, sehr ausreichend und zu einem fairen Preis. Der Lärm eines Polterabends stört den Schlaf etwas. Entgegen den Wetterprognosen sind wir tagsüber nicht nass geworden.