Samstag, 30.8. – Sightseeing

Sightseeing in Genua. Via Garibaldi und Via Balbi: schöne Paläste; einige schöne Kirchen (Dom, San Matteo), vor allem aber immer wieder enge Altstadtgassen, die sich dann und wann zu einem kleinen Platz öffnen. Hier ist eine Statue, da ein Relief, ein altes Ladenschild oder ein Graffiti zu entdecken. Dass Genua eine multinationale Hafenstadt ist, wird nicht nur im Hafenbereich, sondern auch in der Altstadt augenscheinlich.

Mittagessen im sehr gut besuchten „Cavour 21”, sehr günstig und ok. Am Nachmittag dann eine Bootsfahrt durch den Hafen und vorbei am Flughafen bis Peri und wieder zurück, um die Stadt vom Meer zu sehen. Vor Peri ist auch die „Costa Concordia” nicht zu übersehen. Bei der Einfahrt in den Hafen begegnen wir einem weiteren schwimmenden Hotel, der knapp 300 m langen „MSC Musica”, die gerade ausläuft.

Am Abend mit der Funiculare Zecca/Righi zu einem populären Lokal über Genua, dem „Montallegro”. Die Spezialität des Hauses ist Farinata (eine Art Palatschinke aus Kichererbsenmehl) und Pizza. Es geht richtig rund, schließlich ist Samstag. Am Heimweg sind wir nochmals durstig geworden und an der Piazza Ferrari an einer Bierquelle hängen geblieben. Es ist herrlich lau und man kann auch um 1 Uhr morgens im T-Shirt draußen sitzen.

Sonntag, 31.8. – Ausstellungen und Museum

Der Tag beginnt recht diesig und grau, aber wir haben ihn ohnehin als „Ausstellungstag” geplant. Im Palazzo Ducale sind drei Fotoausstellungen zu sehen: Robert Capa mit seinen Kriegsreportagen aus Italien 1943–44, Walter Vogel mit seiner Straßenfotografie aus Genua (alles analog, Leica, schwarz-weiß, an Cartier-Bresson erinnernd) und Lorenzo Capellini, dessen Bilder auf mich im Vergleich etwas glatt und oberflächlich wirken.

Am Nachmittag das „Galata Museo del Mare” am nördlichen Ende des Alten Hafens – wirklich sehenswert. Eine nachgebaute Galeere, Entwicklung des Schiffbaus, nautische Instrumente, alte Seekarten und Globen. Der beeindruckendste Teil: die Auswanderungswellen aus Italien ab Mitte des 19. Jhd. – vom Ticketkauf bis Ellis Island. Gegenübergestellt der heutigen Immigrationswelle, und die Parallelen werden schnell klar. Zum Abschluss noch das U-Boot vor dem Museum – unglaublich, auf wie wenig Raum mehr als 50 Besatzungsmitglieder „gelebt” haben.

Montag, 1.9. – Heimreise

Mit dem Rad die 2 Km zum Bahnhof Principe, geplante Abfahrt um 07:53 Uhr. Wir steigen in den falschen Zug und landen eine Station weiter. Improvisation ist angesagt: Mit etwas Glück, einem Intercity ohne gültige Fahrkarte, einem Umstieg in der Metro und 46 Euro Aufpreis für uns und die Räder schaffen wir es – nur eine halbe Stunde später als nach dem ursprünglichen Reiseplan – nach Mestre. Da geht sich vor der Weiterfahrt sogar noch eine Lasagne aus. Und dann sitzen wir erstmals an diesem Tag in einem Zug, für den wir auch ein gültiges Ticket haben!