Mit der Abfahrt warten wir ein wenig zu, bis es nach halbwegs stabilem, trockenem Wetter aussieht.

Bald nach Villach müssen wir auf dem geschotterten Radweg immer wieder größere Pfützen durchfahren; irgendwann kommt eine, die mindestens 30 Meter lang ist. Ein Radguide, der bereits mit einer Gruppe dort steht, zeigt uns an, dass sie 30–40 cm tief und ein Passieren nicht möglich sei – ausgenommen barfuß. Also suchen wir uns eine Alternativroute durch langes Gras und schieben die Räder durchs Gebüsch und über eine Böschung auf die Bundesstraße. Leider werden die Schuhe dabei völlig durchnässt und wir wechseln an einer Bushaltestelle die Socken. Aber nasse Schuhe bedeuten bald wieder nasse Socken bedeuten bald darauf kalte Füße…

Beim Grenzübergang Thörl-Maglern beginnt es zu tröpfeln und bald wird der Regen stärker. Wir suchen einen Unterstand und ziehen die Regenkleidung über. Durch Tarvis sind wir bald durch; in Camporosso machen wir Pause in einer Bar: Cola, Panini con Prosciutto und aufwärmen bei guter, jazziger Musik. Der männliche Teil eines Paares am Nebentisch, ebenfalls Radler aus Österreich die Jause und Wärme genießen, meint plötzlich, wenn man die Musik abschalten könnte, wäre es perfekt…

Wir fahren mit den Rädern weiter. Leichter Nieselregen und trockene Passagen wechseln sich ab; insgesamt geht es flott dahin, da es zumeist eben oder leicht bergab ist. Nach und nach wird das Nieseln aber zu richtigem Regen. Bis wir in Moggio Udinese ankommen – wo wir noch eine Steigung über Stöckelpflaster als Schlussprüfung zu bewältigen haben – sind wir auf die Haut nass.

Unsere Zimmer in der Locanda San Gallo sind zwar einfach, aber zum Glück geräumig und verfügen über mehrere gut warme Heizkörper, an denen wir unsere Sachen über Nacht trocknen können. Nach dem Abendessen hat es endlich aufgehört zu regnen. In der Radgarage stehen übrigens 8 Räder von Radreisenden – nur unsere zwei sind keine E-Bikes.