Nachdem wir die Brücke gequert haben, verlassen wir bald das Tal der Elbe, die sich weiter Richtung Dresden schlängelt. Wir biegen ab in ein Seitental und beginnen den Aufstieg ins sächsische Hinterland.

Es geht durch einige kleinere Orte und es gibt zwei giftige Anstiege, die nicht angenehmer werden, wenn hinter einem ein riesiger Schlepper darauf wartet, dass man endlich oben ist. Man kämpft sich durch, absteigen wäre zu offensichtlich eine Niederlage.

In Stolpen, wo wir eine kleine Pause machen, und vor allem in Großröhrsdorf fallen uns die zahlreichen schönen Villen auf – vermutlich aus der Zeit, als Großröhrsdorf das Zentrum der deutschen Bandweberei war. Heute ist von dieser Industrie nicht mehr viel zu sehen, aber die Architektur erzählt noch davon.

Dann beginnen die Wälder. Wir fahren viel durch Wälder, Föhren sind dominant, einmal sogar in Reihen gesetzt, wie ich es sonst nur von Eukalyptusplantagen kenne. Dazwischen immer wieder Wiesen und kleine Orte, in denen es kein einziges Geschäft gibt. Die Etappe ist die längste in Bezug auf Höhenmeter – fast 900 – und man merkt das gegen Nachmittag.

In Ruhland angekommen, finden wir die Pension Sorrento. Beim abendlichen Gespräch mit dem Inhaber – einem Italiener – stellt sich heraus, dass er täglich die Frage stellt, wie er eigentlich in Ruhland gelandet ist. Die Antwort ist: Wegen der Familie, die ihn hier hält. Am nächsten Morgen erwartet uns ein Frühstückskorb mit Schinken und Käse, den er schon am Abend vorbereitet hat. Kleines Gasthaus, große Geste.