Eigentlich war das Ziel der heutigen Etappe Straßburg, doch es kommt anders. Am Vorabend hatten wir schon vergeblich versucht, ein Hotel zu reservieren. Erst nach langen Telefonaten gelang es uns, freie Zimmer zu finden, teurer und weiter vom Zentrum als wir eigentlich wollten. So kamen wir erst um 10 Uhr von St-Dié weg.

Ein ständiges Auf und Ab, nach 10 Km haben wir schon einige hundert Höhenmeter Steigung überwunden, ohne an Höhe gewonnen zu haben. Wiesen, Weiden mit Pferden und Kühen, Wälder. Schöne Fahrt, viele Nebenstraßen und auch Feldwege, zwischendurch eine Schiebepassage über einen steilen, steinig-lehmigen Waldweg.

Den ganzen Tag lang ist es ein Pendeln zwischen etwa 350 und max. 550 m Seehöhe. Der Wind bläst den ganzen lieben Tag lang, zumindest sobald man eine gewisse Höhe erreicht hat. Und es scheint ein Naturgesetz zu sein, dass er immer von vorne oder zumindest von der Seite kommt.

Viel Holz – sowohl als Baumaterial (ganze Holzhäuser oder Verkleidungen) als auch als Heizmaterial.

Etwa bei Kilometer 20 beginnen wir, nach einer Möglichkeit für eine Rast Ausschau zu halten, es dauert bis Km 32, bevor wir in einem Dorf etwas finden: ein Restaurant kombiniert mit einer Bäckerei und einer Bar.

Es ist kalt und es bläst ein eisiger Wind. Und die Strecke ist so geroutet, dass unsere Durchschnittsgeschwindigkeit recht niedrig ist. So beschließen wir, auf Straßburg zu verzichten, und biegen vorher nach Osten ab – Obernai ist das neue Etappenziel.

Obernai hat einen mittelalterlich geprägten, gut erhaltenen und gepflegten Stadtkern mit vielen Fachwerkhäusern, richtig putzig, ist aber recht touristisch, zumindest tagsüber auffällig. Es bläst auch im Ort ein kalter Wind, aber die Kalbsnieren in Armagnac-Sauce sind ausgezeichnet.